Hölle, Hölle, Hölle des Nordens!
Thomas fährt wie der Teufel - und holt sich das “Monument”!
Thomas Voeckler heisst der Mann der Stunde im BIKERACE-Radsportuniversum! Nach seinem Etappensieg zum Auftakt der TOUR DE FRANCE holt sich der kampfstarke Franzose nun auch den Sieg beim Monument aller Monumente, dem Tagesklassiker “Paris-Roubaix”, zu dem sich diesmal fünf Teams eingefunden hatten…
Ihr Debut im Radsportcircus feierte “La Redoute/Motobecane”. Unter der ebenso motivierten wie hochkonzentrierten Leitung der directrice sportif Lea, zeigten sich Thor Hushovd (Kapitän), Laurent Fignon (Sprinter) und Leon Scieur (Rouleur) von Beginn an angriffslustig und setzten sich - zusammen mit den Radlern von MOVISTAR - gleich an die Spitze des Pelotons, welches trotz zunächst eisiger Temperaturen ein recht hohes Tempo anschlug.
Dass in der Kopfsteinpflasterhölle des Nordens an diesem Tag mit zahlreichen Stürzen gerechnet werden musste, war allen Beteiligten von vorne herein klar…
…dass es jedoch schon in der Startphase mit JENS VOIGT (PEUGEOT) einen der Topfavoriten erwischte, war dann doch überraschend und mag im Nachhinein als böses Omen gewertet werden. Denn PEUGEOT sollte auch im weiteren Verlauf des Rennens immer wieder vom Sturzpech gebeutelt werden, - was den sportlichen Direktor von PEUGEOT, Schennie Körper, schon früh in ein gewisses “Energie-Dilemma” brachte, welches dann möglicherweise nach “unorthodoxen Lösungen” verlangte…
Peugeot’s Interims-Teamkapitän HENNIE KUIPER jedenfalls, fiel nach dem Rennen mit einer positiven Dopingprobe auf und wurde disqualifiziert!
Doch es war h nicht KUIPER, der für PEUGEOT in diesem Rennen sportliche Akzente setzen konnte. Dies gelang vielmehr zunächst JÜRGEN TSCHAN, der sich schon im ersten Renndrittel gemeinsam mit den beiden MOVISTAR-Radlern Gastone NENCINI und Tino TABAK zusammentun und vom Peloton absetzen konnte.
Diretrice Nina (MOVISTAR) haderte zwar kurz mit der von ihr einzuschlagenden Renntaktik, entschied dann aber, dass nichts anderes als Attacke ihrem Naturell entspräche und man folglich eine gute Gelegenheit hierfür auch beim Schopfe packen sollte. Und tatsächlich funktionierte diese Ausreißergruppe auch eine Zeitlang hervorragend und das Trio konnte den Vorsprung auf das Hauptfeld, von Runde zu Runde vergrößern…
…was im Hauptfeld - allen voran von AG2R um den Mitfavoriten Thomas VOECKLER - mit zunehmender Nervosität registriert wurde. Der einsetzende Regen erschwerte es zudem, das Tempo zu forcieren, da auf regennassem Kopfsteinpflaster immer wieder Radler die Kontrolle über ihr Sportgerät verloren und stürzten.
Aber die Ausreissergruppe verließen die Kräfte dann doch schneller als gedacht. TSCHAN war der erste, der sich der Tempoarbeit verweigern musste, weil er einfach nicht mehr konnte. So waren die Ausreißer bald wieder eingefangen.
MOVISTAR gab jedoch nicht auf und schickte seinen Rouleur NENCINI dann im letzten Renndrittel in die nächste Attacke - diesmal mit Unterstützung von Lea’s LA REDOUTE, Hushovd und Fignon. Auch TSCHAN versuchte, in diese starke Gruppe zu kommen, doch als er sie gerade unter Aufbietung allerletzter Kraftreserven erreicht hatte, haute es ihm auf regennassem Kopfsteinpflaster die Hinterradfelge weg. Einer von mehreren Stürzen für Peugeot - und einer zuviel für alle weiteren Ambitionen auf das Podium.
Als der Regen dann kurz vor Schluss aufhörte und das Sturzrisiko kalkulierbar wurde, kam die Stunde des THOMAS VOECKLER. Er hatte sich bis dahin im Hauptfeld versteckt gehalten und die anderen machen lassen. Nun aber trat er an wie der Teufel. Drei starke Attacken in Folge ließen ihn das Feld von hinten aufrollen. Auf der letzten Runde gelang es ihm dann im Velodrom von Roubaix zu den führenden NENCINI und FIGNON aufschließen. Und im Schlußsprint zeigte sich, dass diese ihre Kräfte bereits restlos aufgebraucht und VOECKLERs letztem Antritt nichts entgegen zu setzen hatten. Ohne Mühe entschied er den Zielsprint für sich und holte damit den prestigeträchtigen Sieg in diesem MONUMENT für AG2R und seinen sichtlich zufriedenen Teamchef.