THOMAS MACHT GANZ FRANKREICH FROH: Voeckler holt sich zum TOUR-START Gelb!
Nach den vielen Rückschlägen durch Dopingskandale und Sturzpech hat sich das Team von AG2R nun für all die vergangenen Mühen und Enttäuschungen endlich entschädigt: Thomas Voeckler, seines Zeichens Rouleur im Team und eigentlich als Helfer für Thibault Pinot vorgesehen, fährt mit einer starken kämpferischen Leistung im Alleingang zum Sieg der ersten Etappe der TOUR-DE-FRANCE und holt sich das erste gelbe Trikot.
An einem sonnigen Tag und unter idealen Rennbedingungen zeigte sich AG2R von Beginn an ganz vorne im Feld und testete die Verfassung der Konkurrenten mit wiederholten kleinen Attacken und Tempoverschärfungen.
Die ersten zwei veritablen Ausreißversuche der AG2R-Mannen wurden jedoch jedesmal wieder prompt vom Peloton kassiert.
Erst beim dritten Versuch zur Hälfte des Rennens unmittelbar nach der einzigen kleinen Bergwertung (4.Kategorie) des Tages, die THOMAS VOECKLER vor TINO TABAK (MOVISTAR) und JOOP ZOETEMELK (WERNER) gewann, gelang es VOECKLER, sich abzusetzen. 50 Sekunden betrug der Vorsprung auf das Hauptfeld, in dem sich alle Favoriten befanden.
Doch obwohl das Rennen nun in sein finales Drittel eingetreten war, bildete sich unter den Konkurrenten keine Einigkeit heraus, die es erlaubt hätte, das Loch mit vereinten Kräften wieder zu zu fahren. Stattdessen verharrten die Teamkapitäne WOLFSHOHL (BIANCHI), ZOETEMELK (WERNER) und THEVENET (PEUGEOT) in ihrer althergebrachten Rivalität und beäugten sich nur gegenseitig mißrauisch, statt kurzzeitig gemeinsame Sache und gemeinsam Tempo zu machen.
Von der Uneinigkeit der Favoriten profitierte auch MOVISTAR, das mit TINO TABAK an diesem Tag einen starken Mann im Rennen hatte, der sich permanent in der Spitze des Feldes aufhielt und die erste Sprintwertung gewinnen konnte.
Kurz vor seinem Antritt hatte VOECKLER sogar versucht, sich mit seinem Kumpel TABAK zu verbrüdern und ihn aufgefordert, die Attacke mitzugehen, um als Duo bis zum Ziel die Chance auf einen gelingenden Ausreißversuch zu erhöhen.
Doch TABAK hatte entweder nicht die Kraft, das Tempo mitzugehen, oder er wurde von seiner Teamleiterin NINA daran gehindert - möglicherweise, weil man den eigentlich für den Tagessieg vorgesehenen Sprinter und Publikumsliebling PETER SAGAN nicht brüskieren wollte - der erwischte einen gebrauchten Tag und rollte am Ende als Letzter - noch hinter dem weinseligen französischen Meister *RÉMI CAVAGNA* und dem traditionell auf die letzten Plätze abonnierten JAN RAAS (WERNER) über die Ziellinie…
Als es dann drei Runden vor Schluß überraschend einen Wetterwechsel gab und zu regnen begann, kam auch noch die erhöhte Sturzgefahr auf regennassem Asphalt als “bremsendes Element” hinzu, was dem inzwischen mit einem Vorsprung von 1'10 in Führung liegenden und bravourös kämpfenden VOECKLER natürlich in die Karten spielte.
Und doch hätte sich in der letzten Kurve, das Ziel schon in Sichtweite, beinahe die Geschichte wiederholt und VOECKLER sich, wie einst sein Teamkollege ROMAN BARDET, mit dem tragischen Sturz auf der Zielgeraden, selbst geschlagen, als er auf regennasser Piste doch noch einmal zu stark aufdrehte, kurz die Ideallinie verlor und in’s Schlingern geriet. Doch er konnte den Sturz mit letzter Kraft verhindern und seinen Vorsprung vor den heraneilenden Verfolgern in’s Ziel retten.