Der Weltmeister ist tot - es lebe der Weltmeister!
RUDI ALTIG HOLT DIE KRONE FÜR RENAULT - JENS VOIGT VERSINKT IM DOPINGSUMPF!
Eine perfekte Mannschaftschoreografie bescherte Elias Guimard seinen ersten großen Erfolg als Sportlicher Leiter von RENAULT. Und das ausgerechnet mit dem zu Beginn seiner Bike-Race-Karriere noch dopingsündigen Rudi Altig. Der gibt sich allerdings seither geläutert und auch in dem spannenden Rennen im englischen Harrogate gab es keinen Anlass, daran zu zweifeln. Ganz anders dagegen bei Ex-Weltmeister Jens Voigt - doch dazu später.
Das Rennen begann bei strahlendem Sonnenschein und großer Hitze (!) und schon vom Start weg war es Team RENAULT, dass die Kontrolle des Feldes übernahm, während sich zumindest alle Kapitäne der übrigen drei gestarteten Teams, BIANCHI, WERNER und PEUGEOT zunächst am Ende des Hauptfeldes einreihten.
Beeidruckend dabei die Teamarbeit von RENAULT, das seine vier Fahrer geschlossen an der Spitze fahren ließ. Lediglich ein früher Sturz von Bergspezialist Ferdy Kübler dezimierte das Quartett zum Trio - was die Effizienz, mit der RENAULT unter der konzentrierten Leitung von Elias Guimard zu Werke ging, jedoch kaum beeinträchtigte…
Permanent sorgten der Rouleur Abdel-Kader Zaaf, Teamkapitän RUDI ALTIG und Sprinter André LeDuq dafür, dass Tempo hoch zu halten und durch plötzliche Tempoverschräfungen immer wieder kleine Lücken zum Hauptfeld herauszufahren, die von den anderen Teams dann mühsam geschlossen werden mussten.
Im Laufe der drei kurz hintereinander zu bewältigenden Anstiege, zerfiel das Feld dann endgültig in mehrere Grüppchen, die fortan auch nicht mehr zusammenfinden sollten.
Spätestens jetzt hatten alle anderen erkannt, dass man RENAULT etwas entgegensetzen musste. Doch im Gegensatz zu den Gelben, waren die Teams von WERNER und PEUGEOT schon auseinandergerissen und ihre Kapitäne Joop Zoetemelk und Jens VOIGT mehr oder weniger auf sich allein gestellt.
BIANCHI, das mit dem erklärten Ziel an den Start gegangen war, endlich ROLF WOLFSHOHL zum Weltmeister zu machen, hatte ganz besonders zu kämpfen und lag fast permanent ca. 30-50 Sekunden hinter der Spitzengruppe zurück.
In dieser Spitzengruppe gab es freilich keine Einigkeit, sondern man belauerte sich ständig Gegenseitig und versuchte, mit dem enormen Tempo, das vor allem Abdel-Kader ZAAF im Dienste seines Kapitäns Rudi Altig vorlegte Schritt zu halten…
Immer wieder stellten die kleinen Attacken zu denen Elias GUIMARD seine Jungs animierte, die anderen Sportdirektoren vor Probleme…
Ja, es schien sich eine gewisse Ratlosigkeit breit zu machen angesichts der anscheinenden Unangreifbarkeit von RENAULT…
Vier Runden vor Schluß setzten ZAAF und ALTIG dann zu einer weiteren Attacke an und brachten 30 Sekunden zwischen sich und den ersten Verfolger Joop ZOETEMELK (WERNER). Der noch amtierende Weltmeister JENS VOIGT war dagegen nicht in der Lage, diese Attacke nochmal mitzugehen.
Rolf WOLFSHOHL (BIANCHI) und seine Teamkollegen gelang es bis dahin lediglich, den Abstand von 50 Sekunden nicht anwachsen zu lassen… - hatte TORSTEN MAFERRO den richtigen Zeitpunkt zum Angriff einfach verpasst?
Während VOIGT (PEUGEOT) weiter zurückfällt, kämpft sich TOM SIMPSON (PEUGEOT) wieder in die Verfolgergruppe hinein. Aber weder er noch ZOETEMELK haben dann noch die Kraft, die Lücke zu dem nun allein davon ziehenden RUDI ALTIG noch einmal zu schließen. Eine Runde vor der Zielankunft beträgt sein Vorspung 30 Sekunden auf die Verfolger und 60 Sekunden auf die Gruppe WOLFSHOHL.
ELIAS GUIMARD ahnt jetzt schon, dass sein Schützling RUDI ALTIG auf dem Weg zum bis dahin größten Erfolg seiner Karriere ist…
Und so kommt es: mit dem am Ende schier überwätigenden Vorsprung von 1′40 vor ROLF WOLFSHOHL, der sich gemeinsam mit seinem Helfer K.-P. THALER noch an den auf der Zielgerade einbrechenden ZOETEMELK und SIMPSON vorbeikämpft, gewinnt RUDI ALTIG FÜR RENAULT das REGENBOGENTRIKOT des Weltmeister 2021.
Er entthront damit den Dominator der vergangenen Saison, Jens VOIGT (PEUGEOT), welcher zu allem Überfluss nach dem Rennen des DOPINGs überführt und disqualifiziert wurde. Welch tiefer Fall des einstigen Helden, der für diese Saison sogar als Teamkapitän von PEUGEOT den Altmeister Bernard THÉVENET abgelöst hatte.
Über Jens Voigts Zukunft im Team, wie auch über die Reputation seines gesamten PEUGEOT-Teams, wird sich der sichtlich demoralisierte Teamchef SCHENNIE KÖRPER nun wohl den Kopf zerbrechen müssen, denn zusätzlich zu diesem erwiesenen DOPING-Fall gab es auch eine Auffälligkeit von TOM SIMPSON, der mit einer Energie-Karte zuviel in’s Rennen gegangen war. Dies ahndete die Rennleitung jedoch nur mit einer Zeitstrafe von 30 Sekunden für Simpson, der damit vom zweiten auf den fünften Platz zurückgestuft wurde.
GRATULATION AN DEN NEUEN WELTMEISTER RUDI ALTIG!